Pferdenahrung

Die Welt der Pferde

Pferdenahrung, Pferdearea

Pferde ernähren sich hauptsächlich von Gräsern, aber auch Blätter, Kräuter, Laub, Rinden, Holz, Wurzeln, Wasserpflanzen und andere Pflanzenteile werden bei Bedarf aufgenommen.

Pferdenahrung, ein komplexes Thema

Die Verfügbarkeit der Nahrungsquellen in der Umgebung, in der sich die Pferde aufhalten, sowie die Jahreszeit beeinflussen die Ernährung der Pferde. Das Vorkommen, aber auch der Geschmack sind wichtige Faktoren bei der Nahrungssuche und können bei verschiedenen Herden unterschiedlich sein.  Obwohl Pferde eine Vielzahl von Pflanzen fressen, bevorzugen sie Gräser oder grasähnliche Pflanzen, wenn diese in ausreichender Menge vorhanden sind. 

Eine bevorzugte Nahrung ist jedoch nicht immer geeignet, den Nährstoffbedarf zu decken. Es wird angenommen, dass wild lebende Pferde, die sich in einer geeigneten Umgebung aufhalten, ihren Nährstoffbedarf decken können. Auch die Gewohnheit spielt eine Rolle bei der Auswahl der Nahrung. Es konnte beobachtet werden, dass Pferde unterschiedliche Pflanzen und Gräser zu unterschiedlichen Tageszeiten aufgenommen haben. Dieses Verhalten wiederholte sich. 

Eine ausreichende Menge an Pferdenahrung ist wichtig

Wenn das Pferd ausreichend Nahrung erhält, wird es seine Nahrung sorgfältig auswählen. Zu diesem Zweck nutzt ein Pferd seine sensible Oberlippe und seine guten Geruchs- und Geschmackssinne. Anders verhält es sich, wenn nicht genügend Nahrung vorhanden ist, oder das Pferd längere Zeit keine Nahrung aufgenommen hat und aufgrund dessen unter Hunger leidet. In diesem Fall nehmen die Pferde alle fressbaren Pflanzen auf. Sie sind nicht wählerisch.  

Pferde teilen ihre Umgebung ein

Pferde teilen ihre Umgebung in unterschiedliche Bereiche ein, in denen sie fressen, während sie in einem anderen Bereich Kot und Urin absetzen. Die Bereiche lassen sich anhand des Bewuchses unterscheiden. Diese ist abhängig von der Größe der Weide, da auf einer kleineren Weidefläche die Pflanzen und Gräser kürzer abgefressen werden. Der Bereich, in dem die Pferde ihren Kot und Urin ablegen, wird von dichtem Bewuchs bedeckt sein. Diese Flächen werden in der Regel als Geilstellen bezeichnet. 

Die Pferde vermeiden das Gras, das in den Geilstellen wächst. Werden Flächen von Kot befreit und durch einen Regenschauer gereinigt, wird das Gras nach einigen Wochen gefressen, wenn kein neuer Kot oder Urin vorhanden ist. Die Beseitigung von Kot, das Mähen von unerwünschten Pflanzen, die Pferdehaltung gemeinsam mit Rindern oder Ziegen sowie die Düngung können dazu beitragen, dass sich die Geilstellen nicht weiter ausbreiten. Das Absammeln des Kots dient auch dazu, einen stärkeren Wurmbefall zu vermeiden, da die Würmer größtenteils mit dem Kot beseitigt werden.

Pferde bevorzugen bestimmte Pflanzen

Pferde verbringen, in freier Wildbahn, 12 bis 18 Stunden am Tag zur Nahrungssuche und -aufnahme. Dieses liegt daran, dass die Pferdenahrung überwiegend aus Rohfaser besteht und wenig Energie liefert. Wild lebende Pferde oder Hauspferde, welche die Möglichkeit haben, sich die Nahrungsaufnahme selber einzuteilen, nehmen die Nahrung in mehreren, kleinen Mahlzeiten über den Tag und auch in der Nacht zu sich.  

Pferde bevorzugen bestimmte Pflanzen, was dazu führt, dass Weiden, auf denen sie allein gehalten werden, ungleichmäßig abgefressen werden. Dies kann zu einer ungleichmäßigen Verteilung bestimmter Pflanzen führen. Hier sollte bei der Fütterung der Pferde drauf geachtet werden, dass die Pferde alles bekommen, was sie benötigen.

Der Pferdemagen

Pferde besitzen einen Magen mit einem Fassungsvermögen von 7 bis 20 Litern. Dieser ist jedoch nur begrenzt dehnfähig. Die Magenkapazität von Pferden ist abhängig von der Größe und dem Gewicht der Tiere. Bei ausgewachsenen Pferden kann der Magen bis zu 2 % des Lebendgewichts aufnehmen. Ein Pferd, das etwa 600 kg wiegt, kann maximal 12 kg Trockenmasse aufnehmen. Pferde, die sich noch im Wachstum befinden oder Mutterstuten, die ihre Fohlen mit Milch versorgen, sind von dieser Regelung ausgenommen. Ein Pferd kann in solchen Fällen etwa 3 % seines Lebendgewichts zu sich nehmen, da seine Verdauung schneller abläuft als bei anderen Pferden.

Der Pförtnerbereich ist der Bereich, in dem der Mageninhalt portionsweise an den Darm abgegeben wird. Der Zeitpunkt, zu dem der Mageninhalt an den Darm abgegeben wird, ist abhängig von der Verdauungsgeschwindigkeit. Der Speichelfluss spielt bei der Verdauung von Nahrung eine große Rolle. Die Befeuchtung der Pferdenahrung mit Speichel fördert die Eiweißverdauung des Futters, mithilfe von Pepsin, und ermöglicht die schnellere Zersetzung der weiteren Nahrungsbestandteile durch die Magensäure.

Das Verdauungsenzym Pepsin ist ein Enzym, das Proteine spaltet. Pepsin ist ein Enzym, das im Magen von Wirbeltieren vorkommt und für den Abbau von Proteinen in der Nahrung benötigt wird. Kraftfutter, das durch seine gepresste Form und den hohen Trockensubstanzanteil viel Feuchtigkeit benötigt, erhöht die Zeit der Verdauung des Mageninhalts, wodurch die bedeutsame ph-Wertabsenkung durch die vermehrt produzierte Magensäure verzögert wird.   

Durch die Verdauungsstörungen können sich Gase und Lactat bilden, die zu Magenkoliken führen können. Lactate sind Salze, die sich in der Milchsäure befinden. Die Bakterien, die sich in der Pferdenahrung befinden, werden nicht außer Gefecht gesetzt, was den Magen oder Darm beeinträchtigt.

Störungen dieser Art können vermieden werden, wenn folgende 7 Fehler vermieden werden. Achte darauf, dass

  • vor der Fütterung mit Kraftfutter Heu angeboten wird.
  • saubere und nicht angegorene oder mit Schimmel befallene Pferdenahrung verfüttert wird.
  • nicht zu viel Futter angeboten wird.
  • ein Pferd nicht mehr als 0,5 Prozent seines Lebendgewichtes an Kraftfutter erhält.
  • bei der Fütterung von schwer verdaulichem Futter, wie Gerste oder Mais, niemals mehr als 0,3 % des Lebendgewichtes verabreicht wird.
  • Heu oder Stroh mindestens 8 Wochen abgelagert wurde, bevor es verfüttert wird, da frisches Heu oder Stroh Bakterien enthält und Gase hervorruft.
  • eine regelmäßige Futterumstellung vermieden wird.

Durch die ständige Futterumstellung oder das Füttern von verdorbener Pferdenahrung können Verdauungsstörungen hervorgerufen werden, da sich dadurch die Bakterien im Darm ständig verändern.